25.04.2020 Rosa-Luxemburg-Platz Berlin Hygiene Spaziergang – Demo für Grundrechte

Am 25.04.2020 versammelten sich dieses Mal zwischen 1500-2000 Menschen auf und in den Zugängen zum Rosa-Luxemburg-Platz. Dieses Mal wurden die Zugangsstraßen schon vor 15.00 Uhr mit Metallgeländern abgesperrt. Je Zugangsstraße standen mind. 500 Menschen, die nicht zum Rosa-Luxemburg-Platz durch gelassen wurden. Im Vergleich zum 18.04.2020 sind etwa 500 Menschen mehr da gewesen.

In sämtlichen Medienbildern sieht man NIE die gesamte Menge an Menschen, da es sich jedes Mal um 3 große Blöcke mit Menschen handelt, die sich nicht erreichen. Zudem versuchen jedes Mal viele Menschen über die kleinen Straßen noch zum Platz vorzudringen.

Die Polizisten fangen regelmäßig ab ca. 16:00 Uhr an, die Menschen ohne Gewalt zurück zu drängen und alles aufzulösen.

Nach meiner Beobachtung sind ca. 50% der Polizisten froh, dass die Demonstranten da sind und vertreten die gleiche Auffassung. Das merkt man, wenn man mit Ihnen spricht.

Wenn man vor Ort ist, merkt man wie sehr die Meinungsfreiheit eingeränkt ist. Denn es werden vor allem Personen mit Freiheits-Transparenten mitgenommen zur Personalienfeststellung. Der Ruf nach Freiheit und Grundgesetz soll im Keim erstickt werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um über 70ig jährige Frauen handelt, die ein Schild um den Hals tragen, oder Studenten. Völlig egal. Kassiert wird, wer offensichtlich für seine Freiheit eintritt.

Das weitere Prozedere ist aber unspektakulär. Man wird in eine Seitenstraße geführt und muss sich dort anstellen, weil die Polizei jeden Samstag um die 100 Personen zur Personalienüberprüfung mitnimmt. Man wird an eine Hauswand gestellt und fotografiert, dafür ist eine Massenabfertigung in einer der Nebenstraßen eingerichtet. Danach kann man wieder gehen. Es kommt nicht selten vor, dass Polizisten den Respekt vor denen ausdrücken, die für das Grundgesetz kämpfen.

Es ist eine sehr groteske Situation.

Aus meiner Sicht würde da niemand los knüppeln – das Ganze läuft extrem friedlich ab. Wer von allein mitgeht, wird auch nicht weg geschleppt. Dass passiert nur, wenn sich die Personen weigern mit zu gehen.

Als Polizist würde ich mir trotzdem dem Frage stellen, wie ich meine Auffassung mit dem aktuellen Dienst in Einklang bringe. Ich habe den Eid auch mal geschworen und denke, dass er mit der offensichtlich aktuellen Befehlslage, Menschen die für Ihr Grundgesetz eintreten abzuführen, nicht mehr vereinbar ist…

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